Google E-A-T – Unter diesem Namen hat Google im Jahr 2018 einen neuen Qualitätsstandard für Websites veröffentlicht.

Die Abkürzung steht dabei für Expertise, Authority, Trust (manchmal auch: Expertise, Authoritativeness, Trustworthiness). Auf Deutsch etwa so viel wie Expertise, Autorität, Vertrauen.

Google hat damit neu definiert, wie er Websites bewertet. Der Qualitätsstandard fließt seitdem auch in jede Anpassung des Google-Algorithmus mit ein.

Das hat natürlich Auswirkung auf SEO Texte und die Suchmaschinenoptimierung! E-A-T – Wer heute ein hohes GoogleRanking anstrebt, kommt an diesen 3 Buchstaben nicht mehr vorbei.

Doch was verbirgt sich im Einzelnen dahinter? Die wichtigsten Informationen sind im Folgenden zusammengefasst.

  1. Google E-A-T: Was man wissen muss
  2. Ein kurzer Blick an den Anfang von Google E-A-T
  3. Google E-A-T: Was alles zu „Your money or your life“ gehört
  4. E-A-T und die Google Quality Rater Guidelines
  5. Google E-A-T: ein Rankingfaktor?
  6. Websites für E-A-T optimieren (5 Tipps)

Google E-A-T: Was man wissen muss

Zunächst einmal: Es geht an dieser Stelle nicht nur um Algorithmen und automatisiertes Ranking sondern vielfach auch um die manuelle Evaluierung von Websites.

Ja, auch im Jahr 2021 beschäftigen sich immer noch Menschen mit der Beurteilung und Einstufung von Internetseiten! Bei Google zum Beispiel analysieren die Quality Rater (zu Deutsch etwa so viel wie: Qualitätsbewerter) die obersten Plätze der organischen Suchergebnisse (SERPs).

Bei einem Riesenunternehmen wie Google ist dabei natürlich Einheitlichkeit für alle beteiligten Mitarbeiter unverzichtbar. Alle Quality Rater arbeiten deshalb schon lange auf Grundlage von Googles Handbuch: Google Quality Rater Guidelines (die aktuelle Version davon gibt es jeweils hier).

Ein kurzer Blick an den Anfang von Google E-A-T

In der öffentlichen Diskussion tauchte E-A-T zum ersten Mal Mitte 2018 auf. Der InternetRiese Google änderte wieder einmal die erwähnten Richtlinien für Qualitätsbewerter.

Seitdem wird bei der Einstufung von Websites in den SERPs erhöhter Wert darauf gelegt, dem Bedürfnis der Nutzer nach Expertise, Autorität und Vertrauen zu entsprechen.

Die eigentliche Neuheit Google E-A-T kam dann kurze Zeit darauf im August 2018: Die frisch aktualisierte Fassung der Richtlinien floss in das neueste Update des zentralen Google-Algorithmus ein (des sogenannten Core-Algorithmus).

Als Ergebnis machten in den SERPs viele Websites eine regelrechte Berg- und Talfahrt durch. Laut Google werden die E-A-T-Richtlinien bei den sensiblen Themenbereichen Finanzen und Gesundheit („Your money or your life“) besonders strikt angewendet. Beispielsweise werden bei Beiträgen aus der Gesundheitsbranche diejenigen bevorzugt, die nachweislich von Medizin-Experten verfasst wurden.

Gewinner und Verlierer von E-A-T

Was für Auswirkungen Google E-A-T haben konnte, sieht man gut an den Beispielen apotheken-umschau.de und onmeda.de:

apotheken-umschau.de war 2018 zunächst einer der größten Gewinner der Umstellung, während onmeda.de zu den größten Verlierern gehörte. Doch im März 2019 ging die Sichtbarkeit von apotheken-umschau.de mit dem nächsten Update des Core-Algorithmus (Core Update) massiv zurück. Erst mit dem darauffolgenden Update im Jahr 2020 konnte die Website sich wieder etwas erholen.

Dieses Schicksal teilten auch viele andere Websites (gerade im Gesundheitssektor): Enormer Zuwachs an Sichtbarkeit durch ein Core Update, der aber mit dem Folge-Update ins Gegenteil umschlägt. Es liegt deshalb nahe, dass Google selbst bei zentralen Themen von „Your money or your life“ (YMYL) keinen einheitlich-konstanten Bewertungssmaßstab verwendet.

Die Auswirkungen beschränkten sich dabei aber keineswegs auf den Gesundheitssektor. Diese Beispiele zeigen Websites aus anderen Bereichen, die 2018 durch E-A-T extreme Einbußen hatten und sich im nächsten Jahr dann wieder gut erholen konnten:

  • billiger.de
  • auto-motor-und-sport.de
  • pcgames.de
  • statista.com

Google E-A-T: Was alles zu „Your money or your life“ gehört

Natürlich sollte jede Website idealerweise ein Minimum an Expertise, Autorität und Vertrauenswürdigkeit aufweisen. Doch für manche Themenbereiche gilt das mehr als für andere.

Google definiert in seinen Richtlinien bestimmte Themen, bei denen E-A-T besonders konsequent anzuwenden ist. Zu diesen Themen zählen unter anderem die folgenden:

  • Finanz-Informationen: Investitionen, Steuern, Krediten, Banking und Versicherungen
  • Finanz-Dienstleistungen: Websites für finanzielle Transaktionen sowie Online-Shops
  • Gesundheit: Medizinische Themen wie Krankheiten, Therapien, Medikamente, Krankenhäuser usw.
  • Wichtige Nachrichten: Informationen zu aktuellen Ereignissen in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur (Sport und Entertainment eher weniger)
  • Recht und Zivilgesellschaft: Gerichtsurteile und aktuelle Debatten, Rechtsberatung zu Themen wie Adoption, Abtreibung, Sterberecht etc.
  • Bevölkerungsgruppen: Informationen zu Rassen, Ethnien, Religionen, sexueller Identität und Orientierung usw.
  • Anderes: Weitere Themen, die für das Leben von großer Tragweite sein können – etwa: Fitness, Ernährung, Suche nach Arbeits-, Ausbildungs- oder Studienplatz

E-A-T und die Google Quality Rater Guidelines

Im Folgenden soll es näher um die Quality Rater Guidelines gehen. Was verraten Googles Richtlinien uns über E-A-T?

Zunächst einmal empfiehlt Google seinen Qualitätsbewertern, sich zu Beginn immer zu fragen, was der „wahre Zweck der Website“ ist.

Bei der Bewertung der Seitenqualität (Page Quality – PQ) sollen Expertise, Autorität und Vertrauensstatus berücksichtigt werden – und zwar sowohl beim Content und den Content-Erstellern als auch bei der Website selbst.

  • Gesundheit: Wichtige Gesundheitsinformationen sollten von Personen oder Organisationen mit medizinischer Kompetenz erstellt werden und regelmäßig bearbeitet, überprüft und aktualisiert werden.
  • News: Nachrichtenartikel müssen den Ansprüchen an journalistische Professionalität genügen. Sie müssen unvoreingenommen und sachlich sein und dem Leser einen Mehrwert an Informationen bringen. Typischerweise legen seriöse Nachrichtenquellen ihre redaktionellen Richtlinien und Prüfkriterien offen.
  • Wissenschaft: Einzelpersonen oder Organisationen mit nachgewiesenem Fachwissen sollten Informationsseiten zu wissenschaftlichen Themen erstellen und darin den wissenschaftlichen Konsens darstellen (sofern in dieser Sache ein wissenschaftlicher Konsens besteht).
  • Finanzen: Finanz-, Rechts- und Steuerberatung muss aus vertrauenswürdiger Quelle kommen und fortlaufend geprüft und aktualisiert werden.
  • Ratgeber: Vielschichtige Ratgeberthemen wie beispielsweise Aus- oder Umbau des Eigenheims oder Erziehungsfragen sollten ebenfalls von vertrauenswürdigen Experten behandelt werden.

Erwähnenswert sind auch noch Googles Ausführungen zum Status von Q&A-Seiten und Foren. Der Suchmaschinenbetreiber führt hier den Begriff „alltägliches Fachwissen“ ein: Demnach kann je nach Themengebiet auch jemand, der formal gesehen keine Ausbildung für dieses Themengebiet hat, Expertenstatus haben – aufgrund von Lebenserfahrung und angeeignetem Wissen.

Google veranschaulicht das am Beispiel der Hobbys Fotografie und Gitarrespielen. In beiden Fällen sei viel (alltägliches) Fachwissen nötig.

Weiter stellt Google klar, es werde grundsätzlich niemand allein schon deshalb bestraft, weil er keine formelle Ausbildung habe. Bei einem geeigneten Themengebiet (keine YMYL-Themen!) sei es auch möglich, sich über „alltägliches Fachwissen“ einen Expertenstatus zu erarbeiten.

Zum Status von Q&A-Seiten und Foren finden sich in Googles Richtlinien sehr unterschiedliche Aussagen. Manche Arten von Informationen sind beinahe ausschließlich in Foren und Diskussionen zu finden, wo eine Expertengemeinschaft nützliche Einblicke in bestimmte Themen geben kann. Auf der anderen Seite gibt es auch viele Foren, die Selbsthilfe-Charakter haben. Es geht darin also um den Austausch von Erfahrungen, nicht jedoch um medizinische oder psychologische Beratung (solche Beratung fällt eindeutig in den Bereich YMYL).

Zuletzt gibt Google den Qualitätsbewertern noch folgenden Ratschlag:

Fragen Sie sich immer, welche Art von Expertenstatus und (Fach)Wissen für das jeweilige Themengebiet einer Website nötig ist.

Diesen Ratschlag kann und sollte man sich natürlich auch als Betreiber einer Website zu Herzen nehmen.

Google E-A-T: ein Rankingfaktor?

Google schenkt also Expertise, Authority und Trust nachweislich sehr viel Aufmerksamkeit. Das könnte ein Anzeichen dafür sein, dass E-A-T ein eigener Rankingfaktor bei Google ist. Doch genau das wird von den Sprechern des Unternehmens immer wieder verneint. Google zufolge ist E-A-T ein Konzept und kein bezifferbarer Rankingfaktor.

Es dient zunächst vor allem den Qualitätsbewertern als Orientierungshilfe bei der Beurteilung der Page Quality (PQ). Der Google-Algorithmus wiederum soll lernen, die richtigen Websites an die Spitze der SERPs zu setzen.

Gemeint sind diejenigen Websites, von denen auch Menschen – nämlich die Qualitätsbewerter bei Google – sagen würden, dass sie ausreichend Expertise, Autorität und Vertrauen(swürdigkeit) besitzen. Langfristiges Ziel ist es somit, dass die Einschätzungen der Qualitätsbewerter und das vom Algorithmus errechneten Ranking miteinander identisch sind.

E-A-T ist also nicht einfach ein weiterer Rankingfaktor, der dem Google-Algorithmus hinzugefügt wurde. Das Programm soll vielmehr lernen, die bisherigen Rankingfaktoren so zu gewichten, dass die Ergebnisse im Sinne von E-A-T stimmig sind. Dazu werden vom Algorithmus eine Vielzahl von Signalen registriert und ausgewertet. Zwei Arten dieser Signale sind:

  • Relevanz-Signale: Hierbei geht es jeweils um die einzelnen Unterseiten (Keyword-Ranking, Klickrate, Suchverhalten usw.)
  • Qualitäts-Signale: Gemeint ist hier die Marke als Entität (Vertrauenssignale wie beispielsweise relevante Backlinks etc.)

Doch obwohl E-A-T kein neuer Rankingfaktor ist, fließt es doch ohne jeden Zweifel in das Ranking der Suchergebnisse mit ein. Webmaster können sich deshalb sehr wohl an E-A-T orientieren – und sollten dies auch tun!

Wer sich thematisch im sensiblen YMYL-Bereich bewegt, sollte in jedem Fall sowohl auf hochwertigen und fundierten Content als auch auf seriöse Darstellung besonderen Wert legen! Andernfalls dürfte es überaus schwer werden, ein gutes Ranking zu erzielen. Die Herabstufung kommt dann spätestens mit Googles nächstem Update.

Womöglich kann man sich Googles Haltung zu E-A-T in etwa so vorstellen: Es gibt einen Schwellenwert für alle drei Bereiche. In jedem dieser Bereiche muss man einen gewissen Mindeststandard erfüllen, um überhaupt auf Googles „Landkarte“ aufzutauchen (das heißt letztlich: auf der ersten Seite der SERPs). Wenn man sich thematisch im Bereich von „YourMoneyoryourLife“ bewegt, liegt dieser Schwellenwert nochmal ein gutes Stück höher.

Websites für E-A-T optimieren (5 Tipps)

Auch wenn E-A-T kein Rankingfaktor im engen Sinne ist, kann man als Webmaster seine Website für E-A-T optimieren. Hier 5 praktische Tipps dazu:

  1. Themenfokus: Um sich zu einem YMYL-Thema einen Expertenstatus aufzubauen, braucht man eine eindeutige thematische Ausrichtung. Das jeweilige Themengebiet muss klar abgegrenzt und überschaubar sein. Wer Experte für alles sein will, macht sich unglaubwürdig!
  2. Aktualität und Qualität des Contents: Damit die eigene Website aufgrund von Page Quality (PQ) ein hohes Ranking erzielt, sollte man umfassende und seriöse Inhalten liefern. Sehr wichtig ist es außerdem, diese Inhalte immer wieder zu prüfen und zu aktualisieren. Das letzte Änderungsdatum sollte unbedingt auch immer angegeben werden.
  3. Nahbarkeit und Transparenz: Die einzelnen Autoren sollten bei jedem Beitrag angegeben werden. Darüber sind Informationen über die Autoren und das übrige Team hinter der Website sehr wertvoll. Kurze Lebensläufe, Links zu anderen (professionellen!) Seiten, Personenbeschreibung usw. schaffen einen Wiedererkennungswert und fördern die Vertrauenswürdigkeit. Sofern in den Sozialen Medien oder anderswo passende Inhalte der Autoren existieren, können auch diese auf die Website verlinkt werden und umgekehrt.
  4. Brand-Building: Der Anspruch, eine Marke zu werden, ist per se schon ein vertrauensförderndes Signal an Mensch und Suchmaschine. Er ist mit sehr viel Arbeit verbunden, lohnt sich aber bei Gelingen durchaus. Ziel muss es immer sein, dass die Nutzer bei Fragen zu bestimmten Themengebieten direkt an den ihnen bekannten Experten denken und dessen Website aufrufen. Google registriert und belohnt solche „direct traffic“.
  5. Vertrauensförderndes Webdesign: Werbepartner und Referenzen sind wertvoll, solange sie seriös sind und thematisch passen. Weitere wichtige Signale sind Siegel und Zertifikate („Trusted Shops“ oder „TÜV“) sowie eine gute Sicherheitsverschlüsselung (zum Beispiel HTTPS). Impressum und Kontaktinformationen sollten vollständig, leicht zu finden und einladend gestaltet sein.