Interne Verlinkung gehört zu den wichtigsten Google-Rankingfaktoren. Häufig wird dabei aber vor allem über Backlinks gesprochen (Rückverweise von externen Websites). Und es wird viel Zeit und Mühe in Backlinkprofile investiert.

Das alles geschieht auch durchaus zu Recht: Backlinks sind für das Ranking bei Google noch immer sehr wichtig.

Allerdings werden die Verlinkungen innerhalb der Website beim Kauf von SEO Texten nicht selten ein wenig vergessen, obwohl sie genauso wichtig sind.

Man sollte auf keinen Fall unterschätzen, was interne Verlinkungen zur Suchmaschinenoptimierung beitragen können!

Die Möglichkeiten beschränken sich keineswegs auf Navigation und Verwendung von Keywords im Linktext. Es lassen sich vielmehr schon viele beachtliche SEOErfolge auf geschickte interne Verlinkung zurückführen!

  1. Interne Verlinkung – Grundlagen
  2. Interne Verlinkung – gewinnbringend mit externer Verlinkung kombinieren
  3. Werterhalt interner Verlinkungen (Linkjuice)
  4. Vorteile interner Verlinkungen
  5. Die optimale interne Verlinkung
  6. Praktische Tipps

Interne Verlinkung – Grundlagen

Seinen eigenen Angaben zufolge hat Google seinen Webcrawler (den Googlebot) schon hunderte Billionen von Internetseiten prüfen und indexieren lassen.

Sobald das Programm dabei eine Website öffnet, folgt es allen Verlinkungen, die darauf zu finden sind. Jede Seite, auf die es so verwiesen wird, erkundet es wiederum genauso.

Auf diese Weise bewegt sich der Googlebot durch das Internet. Ein großer Teil der Weiterleitungen erfolgt dabei über interne Verlinkungen (wenn nicht sogar der größte Teil).

Der Googlebot folgert außerdem aus der Verteilung der internen Verlinkungen auf einer Website, welches die relevanteste Unterseite ist (natürlich diejenige, auf die die meisten Links verweisen).

Das Ranking bei Google – Der Stellenwert von internen Verlinkungen!

Man muss sich eines unbedingt ganz klar machen:

Die meisten Unterseiten einer Website besitzen keine oder kaum Backlinks, die Google für das Ranking auswerten könnte.

Die Anzahl der Websites bzw. Unterseiten im Netz ist astronomisch. Auf regulärem Weg lassen sich diese Seiten nicht flächendeckend mit vertrauenswürdigen Backlinks versehen. Theoretisch gäbe es drei Optionen, doch in Frage kommt letztlich nur eine:

  • Option 1: Eine wahre Armee von Linkbuildern wird engagiert. Gemessen am Ergebnis wären Aufwand und Kosten absurd.
  • Option 2: Man greift zu verbotenen SEO-Methoden (Black Hat SEO) wie etwa Linkfarming, Linkkauf, Linktausch usw. Langfristig ist die Abstrafung durch Google sicher!
  • Option 3: Statt externer Verlinkungen setzt man verstärkt auf interne Links!

Die Praxis zeigt, dass Websites auch ohne Backlinks sehr gut ranken können.

Natürlich gelingt das in kleineren Nischen leichter als bei den großen, hart umkämpften Keywords.

Aber rein statistisch liegen ohnehin die meisten Keywords in einem Nischenbereich. Und in der Summe lässt sich aus dem Ranking solcher Websites durchaus Kapital schlagen!

Es gibt zudem auch sehr wohl Beispiele für Websites, die es bei stark gefragten Keywords allein mit gutem Content und interner Verlinkung in die Top-10 der SERPs geschafft haben!

Interne Verlinkung – gewinnbringend mit externer Verlinkung kombinieren

Wie so oft bringt auch bei Verlinkungen die Kombination mehrerer Verfahren den größten Erfolg:

Google neigt dazu, denjenigen Websites stärker zu vertrauen, die seriöse Backlinks vorweisen können.

Das Entscheidende hieran: In einem solchen Fall vertraut Google auch den internen Verlinkungen der Website stärker!

Beide Arten von Verlinkungen haben also ihren Sinn und im Idealfall nutzt man beides. Denn dann hat man die besten Ergebnisse!

Externe Verlinkungen werden zunächst auch schlicht gebraucht, um eine nennenswerte Anzahl von Websites durch Google indexieren zu lassen.

Doch es wäre unklug, auch danach ausschließlich auf Backlinks zu setzen!

Werterhalt interner Verlinkungen

Wichtig ist, dass auch bei internen Verlinkungen der Wert eines Links nicht verlorengeht.

Solange es sich nicht um einen Nofollow-Link handelt, bleibt der sogenannte Linkjuice (also etwa der erworbene Trust-Wert und Page Rank) erhalten.

Er wird an die verlinkte Unterseite weitergegeben.

Je mehr interne Verlinkungen auf eine Unterseite verweisen, desto stärker ist der Effekt.

Folglich spielt es eine wichtige Rolle, ob es sich nur um 2 oder 3 Links handelt oder stattdessen um 100.

Gleichzeitig gilt:

Gelangt durch Backlinks von vertrauenswürdigen Websites viel Linkjuice auf die eigene Website, kann dementsprechend auch viel Linkjuice über interne Verlinkungen weitergegeben werden.

Hieran zeigt sich nochmal sehr deutlich, dass beide Formen von Verlinkungen äußerst wichtig sind und geschickt kombiniert den stärksten Effekt haben.

Vorteile interner Verlinkungen

Der große Vorteil interner Verlinkungen gegenüber externen Verlinkungen liegt zunächst darin, dass man sie komplett frei gestalten kann.

Platzierung, Anzahl, Formulierung – Auf der eigenen Website hat man all das vollständig unter Kontrolle.

Da lediglich auf ein und derselben Website verlinkt wird, sind auch Probleme mit schädlichen Links von vornherein ausgeschlossen. Es besteht also nicht das Risiko von Bad Neighbourhood (anders als etwa bei Backlinks).

Außerdem wird man auf der eigenen Website nicht von GoogleFiltern behelligt. Bei externen Verlinkungen verschlechtert der allzu häufige Gebrauch begehrter Keywords („Money Keywords“) das Google-Ranking.

Nicht so bei internen Verlinkungen! Hier hat man nichts Derartiges zu befürchten – vorausgesetzt, dass Keywords und Content zueinander passen.

Lange Zeit galt es als Faustregel, eine Website solle insgesamt nicht mehr als 100 interne Verlinkungen beinhalten. Doch tatsächlich entstehen keinerlei Nachteile, wenn man diese Marke überschreitet. Das macht auch Google selbst klar – im Startleitfaden zur Suchmaschinenoptimierung (SEO).

Darin stellt der Suchmaschinenbetreiber klar, dass Keywords innerhalb einer Website ruhig sehr häufig benutzt werden können, solange das sinnvoll geschieht und dem Nutzer die Navigation auf der Website erleichtert.

Anhand von Online-Shops kann man sich schnell klarmachen, was die Vorteile einer solchen Verlinkung sind (auch für den Nutzer): Sie erleichtert in der Tat die Orientierung. Trotzdem machen viele Webmaster von dieser Option kaum Gebrauch.

Die optimale interne Verlinkung

Musterbeispiel Wikipedia

Die Online-Enzyklopädie Wikipedia findet man immer weit oben im Sichtbarkeitsindex verschiedener SEO-Anbieter. Werbefreiheit und guter Content gehören sicherlich mit zu den Gründen dafür.

Vor allem aber wird bei Wikipedia das Prinzip der internen Verlinkung mustergültig umgesetzt. Natürlich gibt es auch besonders viel Content zum Verlinken, weil es sich um ein Lexikon handelt.

Trotzdem muss man einfach anerkennen, dass hier äußerst systematisch und konsequent eine interne Linkstruktur gepflegt wird (ein Vorgang, der ja auch nie wirklich zuende ist).

Wikipedia macht es vor:

Sämtliche Unterseiten, die inhaltlich in sinnvollem Zusammenhang stehen, werden miteinander verlinkt. Bei jeder Erwähnung eines Begriffs!

Man darf annehmen, dass es Wikipedia bei diesem Vorgehen ursprünglich vor allem um den Nutzer ging – und weniger um die Vorlieben von Google. Tatsache ist aber: Google schätzt und belohnt eine solche Linkstruktur sehr!

Wie sieht die optimale interne Verlinkung aus?

Man kann hier erneut auf das Vorbild Wikipedia verweisen und ansonsten nur allgemein sagen:

Ein Link ist dann gut, wenn menschliche Nutzer ihn oft anklicken. Wenn sie ihn öfter anklicken, ist er sogar noch besser!

Zusätzlich noch ein paar konkretere Anhaltspunkte. Gute Links …

  • sind eher am Anfang eines Textes zu finden.
  • befinden sich im Content-Bereich einer Seite (nicht im Footer oder in der Seitenleiste).
  • haben einen aussagekräftigen und verständlichen Ankertext.
  • stellen einen sinnvollen, inhaltlichen Verweis dar.
  • befinden sich auf einer Unterseite, die möglichst viele Besucher hat.
  • sind als Links klar erkennbar (Fettdruck, Farbe, Unterstreichung)
  • müssen mit möglichst wenig anderen Links auf der Seite konkurrieren.

Googles Vision einer guten Verlinkung

Diese Tipps finden sich auch in einer Patentschrift von Google mit dem Titel „Ranking documents based on user behavior and/or feature data“. Auf Deutsch wäre der Titel wohl etwa: „Wie Dokumente anhand von Nutzerverhalten und/oder Daten in eine Rangfolge gebracht werden“.

In dieser Patentschrift schildern die Mitarbeiter von Google auch die folgende Vorstellung:

Ein Link, der häufiger angeklickt wird als ein anderer, ist wertvoller und sollte demzufolge auch mehr Linkjuice erhalten.

Gute Backlinks zu bekommen, ist oft schwierig. Bei der internen Verlinkung hat man hingegen alles selbst in der Hand! Außerdem sind interne Verlinkungen sicherer und stabiler, während externe Links sich immer wieder verändern oder ganz verschwinden können.

Man sollte deshalb ausgiebig und systematisch interne Links verwenden. Dadurch verbessert sich nicht nur das Ranking, sondern die Website wird auch praktischer und ansprechender für Nutzer.

Das Ganze ist ein gutes Beispiel dafür, dass SEO-Erfolg und Nutzerfreundlichkeit oft gut miteinander vereinbar sind. Es sind nicht immer zwangsläufig zwei verschiedene Aspekte, die man als Webmaster irgendwie „unter einen Hut“ bringen muss. Vielmehr gehen sie im Idealfall sogar miteinander einher.

Weitere Beispiele für gute interne Verlinkung

Wikipedia ist kein Einzelfall. Und das beschriebene Konzept ist keineswegs nur auf OnlineLexika begrenzt. Es funktioniert auch bei anderen Arten von Websites.

Das Internet hält hierfür viele Beispiele bereit. Meist reicht es schon aus, sich anzuschauen, wer auf den obersten Rängen eines Sichtbarkeitsindex steht. Hier einige Beispiele:

  1. Amazon (Verlinkung von Herstellern, Schauspielern, Autoren, Rubriken, ähnlichen Produkten)
  2. duden.de (Verlinkung von Synonymen)
  3. zalando.de (große Flyout-Navigation mit vielen Verlinkungen auf die einzelnen Unterkategorien auf jeder Seite)
  4. sueddeutsche.de (Verlinkung von Keywords auf Themen-Seiten)
  5. apotheken-umschau.de (Keyword-Verlinkungen zu anderen Artikeln)
  6. meinestadt.de (Verlinkung von Branche + Stadtname auf den Kategorie- und Detailseiten)
  7. chefkoch.de (Verlinkung der Zutaten auf Rezeptseiten)

Interne Verlinkung – die nutzerfreundliche Navigation

Oft ist eine gute interne Verlinkung einer der Hauptgründe dafür, dass Nutzer eine Website als angenehm und praktisch empfinden.

Es ist immer ratsam, die Navigation auf einer Website nicht allein über Menüstrukturen zu organisieren. Denn diese liegen außerhalb der Texte, Blogs usw. Die Nutzer müssen sich vom Content lösen, um auf eine andere Seite zu gelangen. An diesem Punkt werden immer wieder Nutzer „aussteigen“ und die Seite verlassen. Deshalb gilt ausnahmslos:

Es ist extrem wichtig, auf einer Website eine alternative Navigation zu etablieren: Eine Navigation, die im Content selbst zu finden ist und über interne Verlinkungen funktioniert.

Eine solche Navigation hat den unschätzbaren Vorteil, dass der Nutzer den Content zu keinem Zeitpunkt verlassen muss.

Gute interne Verlinkung erschließt sich dem Nutzer intuitiv! Denn sie verläuft entlang der inneren Logik des Contents.

Da, wo es die Inhalte nahelegen, sollten „Abzweigungen“ platziert werden, die den Nutzer zu anderen, thematisch verwandten Unterseiten führen. Das können beispielsweise vertiefende Informationen sein, Filterungen, Erklärungen, Übersichten, ähnliche Inhalte usw.

Praktische Tipps

Zum Schluss hier noch einige praktische Tipps, mit denen sich bessere interne Verlinkungen gestalten lassen:

Silo-Seitenstruktur

Die internen Verlinkungen auf der eigenen Website sollten heute als Silo-Seitenstruktur organisiert sein. Diese Form wird nämlich von Google ganz klarbevorzugt.

Idealerweise hat man die wichtigsten Keywords und das Themensilo bereits grob im Kopf, während man erst beginnt, die Website zu bauen. So kann sichergestellt werden, dass Inhalt und Form bestmöglich zueinander passen.

Praxistest

Wenn es um die Bedienbarkeit und Nutzerfreundlichkeit der eigenen Website geht, besteht immer die Gefahr, dass man „befriebsblind“ wird.

Weil man sich im Content bestens auskennt, erscheint die angelegte interne Linkstruktur logisch und vollständig. Aber das kann täuschen!

Es gibt aber eine sehr einfache Möglichkeit, um Websites in dieser Hinsicht zu testen:

Eine außenstehende Person ohne Berührungspunkte mit der Website und dem Thema versucht, sich spontan auf der Website orientieren (zum Beispiel eine bestimmte Information zu finden). Auf diese Weise werden Lücken oder Logikfehler im Linkprofil aufgedeckt.

Bild-Links

Für Bildlinks lassen sich keine Ankertexte verfassen. Umso mehr Mühe sollte man sich bei der Erstellung von Bildtitel und ALT-Attribut geben. Das erhöht nachweislich die Nutzerfreundlichkeit. Und auch Suchmaschinen profitieren davon. Denn sie können besser die Relevanz der Unterseite beurteilen, auf die verlinkt wird.

Linkjuice sammeln!

Damit kein Linkjuice verlorengeht, sollte man Nofollow-Links prinzipiell vermeiden. Auch bei Links zu nicht mehr vorhandenen Seiten oder zu einer Weiterleitung verschwindet der wertvolle Juice ungenutzt!

HTML-Sitemap

Die Hierarchie einer Website sollte möglichst flach sein. Mit einer HTML-Sitemap lässt sich gewährleisten, dass man von der Startseite aus jede Unterseite mit maximal 2 Klicks erreicht.