SEO Kennzahlen sind notwendig, um den Erfolg von Suchmaschinenoptimierung methodisch zu messen, die eigenen Optimierungsprozesse zu überwachen und neue Maßnahmen zu planen. Im Englischen spricht man meist von Key Performance Indicators (KPIs).

Ohne SEO Kennzahlen gäbe es keine aussagekräftige und neutrale Datenbasis, auf der sich die Strategie der Suchmaschinenoptimierung und die Planung der durchzuführenden Maßnahmen durchsetzen ließen. Es empfiehlt sich also, dem Thema Festlegung von (individuellen) SEO Kennzahlen ausreichend Zeit zu widmen, damit das „Haus“ ein ordentliches Fundament bekommt.

Um wirklich aussagekräftig zu sein und einen Mehrwert zu stiften, müssen wichtige SEO Kennzahlen über einen längeren Zeitraum betrachtet werden, nicht nur punktuell. Zudem müssen externe Faktoren wie saisonale Veränderungen, Urlaubszeiten und die Leistung der Wettbewerber bei der Erfolgsmessung berücksichtigt werden.

Dieser Artikel zeigt, welche SEO Kennzahlen wichtig sind, wie man sie untersucht, was man aus den Daten lernen kann und welche SEO Kennzahlen aktiv verändert werden können. Grundsätzlich wird dabei unterschieden zwischen der OnPage-Optimierung – insbesondere SEO Texte Erstellung – und der OffPage-Optimierung.

Ersteres lässt sich in der Regel unkomplizierter und schneller durchführen, da man hierbei die eigene Website „an die Hand“ nimmt und nach und nach optimiert. Bei der OffPage-Optimierung hingegen geht es um Faktoren, die sich außerhalb der eigenen Website abspielen und in der Regel externen Einflüssen unterliegen. Nichtsdestotrotz sind sie in die Optimierungsmaßnahmen bzw. die Messung des Erfolgs mit einzubeziehen.

Inhaltsverzeichnis SEO Kennzahlen

SEO Kennzahlen – OnPage-Optimierung

Anhand dieser Kennzahlen lässt sich die Effektivität von SEO Maßnahmen auf der eigenen Website ermitteln. Sie können diese Werte mit klassischer OnPage-Optimierung beeinflussen – etwa mit der Optimierung des Titels, der Meta Description, der Überschriften, mit WDF*IDF-Content-Optimierung oder ansprechenden CTAs (Calls-to-Action).

Rankings in Suchmaschinen

Bei der Suchmaschinenoptimierung ist es in der Regel das Ziel, für profitable Keywords möglichst weit oben in den SERPs, den Suchergebnissen zu ranken. Daher ist die Überwachung von Keyword Rankings eine von mehreren Möglichkeiten, die Effektivität von SEO Strategien zu beurteilen.

Anhand der Suchmaschinen-Rankings kann man sehen, welche Unterseiten einer Website besonders gut abschneiden, wie sich die Ränge der gesamten Website prozentual auf Seite 1, 2, 3, X verteilen, wie sich das Ranking im Laufe der Zeit verändert und wie die durchschnittlichen Ranking-Positionen aussehen.

Das Problem bei dieser SEO Kennzahl ist, dass ein Besucher über Google mit verschiedenen Suchbegriffen auf die Seite gelangen kann und die Suchergebnisse nun unabhängig voneinander angezeigt werden (je nach Standort, Suchverhalten etc.). Daher ist es bei der Verwendung dieser Kennzahl als Messwert entscheidend, eine große Keyword-Gruppe/Set zu untersuchen und nicht einzelne Begriffe.

Tools für Suchmaschinen Ranking

Die SEO Tools Sistrix oder metrics.tools sind gut, um einen schnellen Überblick über alle Rankings zu bekommen. Für tiefergehende Untersuchungen und durchschnittliche Positionen pro Keyword oder Unterseite empfiehlt sich die Google Search Console.

Mit dem Keyword Monitor lassen sich etwa einzelne Begriffe manuell verfolgen.

Trotz der Tatsache, dass Google einen weltweiten Marktanteil von über 90 % hat, können andere Suchmaschinen je nach Zieldemografie und -gebiet nützlich sein, um den aktuellen Status der Website zu beurteilen (Suchmaschinen wie Bing, Safari, Yandex oder Baidu).

Bing und Yandex verfügen über eigene Webmaster Tools, die genutzt werden können, um mehr über die Leistung einer Website zu erfahren. Zumindest lohnt es sich, von Zeit zu Zeit die Ranking-Position und eventuelle Fehlersignale der Indexabdeckung zu überprüfen.

Click-Through-Rate (CTR)

Die Click-Through-Rate gibt den Prozentsatz der Nutzer an, die eine Website besucht haben, nachdem sie auf einen Link in den Suchergebnissen geklickt haben. Der Wert ergibt sich, indem die Anzahl der Klicks durch die Anzahl der Impressionen geteilt wird.

Das bedeutet zum Beispiel: Eine Website mit Titel und Meta Description wird in den Suchergebnissen 100 Mal angezeigt und 10 Mal angeklickt. Die Klickrate würde demnach 10 % betragen. Anhand eines Vergleichs der Klickraten lässt sich ermitteln, welche Unterseiten in den Suchergebnissen am häufigsten und welche am seltensten angeklickt werden.

Da der Title Tag und die Meta Description die ersten Dinge sind, die ein Google-Nutzer sieht, bevor er entscheidet, ob er auf ein Suchergebnis klickt oder nicht, kann deren Optimierung die Klickrate erhöhen. Zudem können A/B-Tests nützliche Informationen darüber liefern, wie gut bestimmte Phrasen bei den Besuchern ankommen und welche vermieden werden sollten.

CTR und Ranking

Es gibt einen Zusammenhang zwischen der durchschnittlichen Positionierung einer Website und ihrer Klickrate. Die Klickrate ist geringer, wenn die durchschnittliche Positionierung niedrig ist.

Dies sollte immer beachtet werden. In Kombination mit der Absprungrate und der Verweildauer ist die Klickrate ein entscheidender Indikator dafür, ob Title Tag und Meta Description den Inhalt der Seite korrekt wiedergeben.

Springen Besucher bereits nach wenigen Sekunden von der Website ab, korrelieren die in den Suchergebnislisten angezeigten Beschreibungstexte möglicherweise nicht gut – oder gar nicht – mit dem tatsächlichen Inhalt der Seite. Findet der Besucher nicht sofort die Informationen, die er sucht, bricht er den Besuch frustriert ab.

CTR und Verweildauer

Ähnlich verhält es sich mit der Verweildauer: Lange Texte oder Videos werden einen Website-Besucher nur dann halten, wenn auf den ersten Blick ersichtlich ist, dass er die gesuchten Informationen finden wird.

Mit den Tools Google Search Console und Google Analytics lässt sich die Entwicklung der Klickrate und der durchschnittlichen Position von Unterseiten im Zeitverlauf verfolgen und nach Suchanfragen, Seiten, Ländern, Geräten und Suchtyp filtern.

Bitte beachten Sie, dass die Daten in der Google Search Console nur einen Zeitraum von 90 Tagen abdecken. Der Datensatz in Google Analytics hingegen ist größer.

Organischer Suchverkehr/Seitenbesuche

Die Anzahl der Besucher auf einer Website wird als Traffic bezeichnet. Dieser Wert sollte so hoch wie möglich sein. Jedoch muss der Traffic immer in Relation zu einer bestimmten Dimension ausgewertet werden, sonst ist er ohne Aussagegehalt.

Mit dieser wichtigen Kennzahl können Sie Fragen beantworten wie:

  • An welchen Tagen/in welchen Monaten ist der Besucherstrom am höchsten?
  • Wie hat sich die Anzahl der Besuche beim Vergleich der Zeiträume A und B verändert?
  • Welche Unterseiten erhalten den meisten Traffic?
  • Wie schneidet SEO im Vergleich zu anderen Formen des Online-Marketings ab?
  • Aus welchem Herkunftsland und von welchem mobilen Gerät erhalte ich die meisten Besucher aus der organischen Suche?
  • Welches Keyword bringt den meisten Traffic ein?

Anhand dieser Fragen lässt sich feststellen, welche Unterseiten bei der Optimierung priorisiert werden sollten, wie sich der Besucherfluss durch Maßnahme A oder B verändert hat und für welche Geräte und Herkunftsländer Inhalte optimiert werden sollten.

Diese Kennzahl kann noch weiter verfeinert werden, indem sie nach Landingpage und Herkunftsort sortiert wird.

Die Analyse nach Landingpage gibt Aufschluss über die einzelnen Seiten und die darauf durchgeführten Aktionen, die sich im Ranking und der Conversion Rate der Landingpage widerspiegeln. Es empfiehlt sich, die Landingpage als eigenständige Seite in der Performance-Analyse zu betrachten und nicht nur als Bestandteil der Website.

Wenn der organische Traffic von einem unerwarteten Ort kommt, kann darauf mit Local SEO reagiert werden.

Es ist wichtig, den regionalen organischen Traffic im Auge zu behalten, insbesondere nach lokalen Veranstaltungen wie Messen und Konferenzen, um die Effektivität von Offline-Initiativen wie der Teilnahme an Messen zu bewerten.

Google Analytics kann verwendet werden, um den Traffic aus organischen Suchergebnissen zu verfolgen, ihn aus verschiedenen Perspektiven zu bewerten und mit dem Traffic aus anderen Online-Marketing-Kanälen zu vergleichen.

Conversion Rate (Konversionsrate)

Die Conversion Rate gibt an, wie viel Prozent der Website-Besucher eine vorher festgelegte Aktion abschließen. Beispiele sind:

  • ein Produkt kaufen,
  • ein Kontaktformular ausfüllen,
  • Inhalte über Social-Media-Plattformen teilen,
  • für einen Newsletter anmelden.

Um die Conversion Rate messen zu können, müssen zunächst Ziele in entsprechenden Webanalyse-Tools festgelegt werden.

Einer Conversion kann und sollte immer ein monetärer Wert zugewiesen werden.

Auf einer Landingpage sollte nur eine Conversion möglich sein.

Auf einer typischen Content-Seite, auf Blogs oder in E-Commerce-Anwendungen können mehrere Conversions – also vordefinierte Ziele mit einem bestimmten Geldwert – zum Einsatz kommen.

Ein Beispiel: In einem Content-Projekt mit Affiliate-Links sind in einem einzigen Blog-Beitrag folgende Conversions möglich:

  • Affiliate-Link klicken, weitergeleitet werden, um etwas zu kaufen
  • Inhalt des Blogs über Social-Media-Buttons teilen
  • Am Ende des Beitrags auf weitere Beiträge zu verwandten Themen klicken

Bei einer Landingpage mit dem Ziel der Newsletter-Anmeldung sollten keine weiteren Features von der gewünschten Conversion ablenken!

Die Conversion-Rate wird normalerweise durch die Addition aller Conversions einer Seite berechnet. Diese SEO Kennzahl ist ein wichtiges Maß dafür, wie gut eine Seite auf die Suchintention eines Nutzers abgestimmt ist und wie gut Inhalt, USP und CTA auf den Zielseiten vermittelt werden.

Ein Vergleich zeigt, welche Unterseiten und Keywords für den Erfolg eines Unternehmens am wichtigsten und welche weniger wichtig sind. Durch die Auswertung der Conversion Rate auf Basis des Landingpage Location Device Browsers und deren genauere Betrachtung können feinere Unterscheidungen getroffen werden.

Die Conversion Rate pro Landingpage wird wie folgt berechnet: Je nach Ziel und Zweck der Landingpage können unterschiedliche Werte verwendet werden.

Local SEO und Darstellungsprobleme

Wenn ein und dasselbe Projekt auf verschiedenen Landingpages deutlich unterschiedliche Ergebnisse erzielt, lohnt es sich, die Unterschiede in der Gestaltung der Inhalte, der Call-to-Action und der Textgestaltung zu untersuchen. Es ist ratsam, diese Zahlen nicht isoliert zu betrachten, sondern sie mit den Kennzahlen für organischen Traffic, Click-Through-Rate und Verweildauer zu vergleichen.

Die Conversion Rate pro Standort gibt ein genaueres Bild davon, wie effektiv lokales SEO ist. Wenn die E-Mail-Landingpage des Frankfurter Pizzadienstes vor allem im Großraum Stuttgart perfekt konvertiert, stimmt etwas nicht. Auf einer Landingpage sollten lokale Angebote vor allem in der Zielregion deutlich besser konvertieren.

Anhand der Conversion Rate pro Gerät lässt sich herausfiltern, welche Geräte Darstellungsprobleme haben. Conversions, deren Werte je nach genutztem Gerät stark schwanken, wären ein erster Indikator dafür. Solche unzureichenden Darstellungen werden auch durch die Conversion-Rate pro Browser deutlich gemacht. Mit Browserstack und anderen ähnlichen Simulatoren lassen sich individuelle Browser- und Geräteszenarien testen.

Änderungen an Inhalt und Struktur, ein besser sichtbarer CTA oder überzeugendere Verkaufsgründe können den Wert verändern. Auf Seiten mit einer hohen Anzahl von Besuchen, aber einer niedrigen Konversionsrate, gibt es immer Raum für Verbesserungen.

Google Analytics kann zur Verfolgung der Conversion Rate eingesetzt werden, muss aber zunächst manuell im Quellcode installiert werden. Dies erfordert die einmalige Integration von E-Commerce-Tracking für Online-Händler. Danach kann man sehen, wie hoch die Conversion Rate pro Unterseite ist und wie viel Umsatz eine Seite erzeugt hat.

Die Conversion Rate wird häufig als Metrik verwendet, um die Wirksamkeit einzelner Maßnahmen in der Optimierungsmethodik zu bewerten. Entsprechend sind die Conversion Rate und der daraus resultierende Umsatz in Google Analytics zwei wichtige SEO Kennzahlen.

Bounce Rate (Absprungrate)

Die Bounce Rate bezeichnet den Anteil der Besucher, die eine Seite verlassen, ohne sich mit ihr zu beschäftigen. Je nach Schwerpunkt der Seite ist diese SEO Kennzahl unterschiedlich zu interpretieren. Während eine hohe Absprungrate in einem Online-Shop unerwünscht ist, kann sie auf Content-Seiten ein gutes Zeichen sein, weil der Besucher gefunden hat, was er sucht.

Besteht der Zweck der Informationsseite darin, den Besucher durch das Angebot weiterer Inhalte auf der Seite zu halten, ist eine hohe Absprungrate dennoch bedenklich. Maßnahmen zur Verlängerung der Verweildauer wären in dieser Situation von Bedeutung, wie z. B. der Ausbau der internen Verlinkung in den Artikeln selbst, in den Seitenrandbereichen oder in Form von zusätzlichen Artikeln am Ende des Materials.

Die Absprungrate ist ein nützliches Maß für die Qualität des Nutzererlebnisses und erlaubt es, Maßnahmen zur Verbesserung der Usability zu ergreifen.

Im Folgenden finden Sie einige der häufigsten Ursachen für hohe Absprungraten:

  • Betonung des falschen Keywords
  • ein Übermaß an Werbung
  • nicht am Nutzer orientiertes Layout
  • unpassender, nicht relevanter Inhalt
  • unübersichtliche Navigation
  • zu hohe Ladedauer für den Aufbau der Seite

Die Bounce Rate kann mit Google Analytics berechnet werden. Jedoch sind die gemessenen Werte standardmäßig etwas ungenau und sollten mithilfe von Events angepasst werden. Mit dem Google Tag Manager können Sie auf das Event-Tracking zurückgreifen und Ereignisse festlegen, die als Interaktion und nicht als Bounce zählen.

So sind beispielsweise eine bestimmte Verweildauer auf der Website oder das Scrollen zu einer bestimmten Stelle auf der Seite mögliche Ereignisse.

Die Anzahl der Seiten pro Sitzung

Die Anzahl der Seiten pro Sitzung kann neben der Bounce Rate und der Verweildauer als SEO-Kennzahl für die Qualität des Nutzererlebnisses herangezogen werden. Denn ein Besucher einer Website scheint umso interessierter an den Inhalten oder Dienstleistungen zu sein, je mehr Seiten er besucht.

Die Verweildauer hingegen könnte darauf hindeuten, dass der Besucher aufgrund einer schlechten Seitenstruktur gezwungen ist, die Seite unnötig zu erkunden. Um diese SEO Kennzahl genau zu verstehen, muss man zusätzlich das Verhalten der Nutzer im Auge behalten und verfolgen. In diesem Fall ist es wichtig zu sehen, welche Seiten tatsächlich während dieser Sitzungen durchgeblättert werden.

Die Anzahl der Seiten pro Sitzung ist somit eine nützliche Kennzahl, um die Qualität der internen Verlinkung und der Seitenstruktur zu beurteilen und Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der Seitenstruktur zu generieren.

Folgendes wirkt sich positiv auf diesen Wert aus:

  • Das Zusammenführen von Seitenteilen und Kategorien
  • eine optimierte Menüstruktur
  • das Entfernen interner Links, die nicht zum Ziel führen
  • das Hinzufügen neuer und nützlicher Links

Die Anzahl der Seiten pro Sitzung ist bei einem reinen Content-Angebot allerdings anders zu bewerten als bei einer Landingpage. Erstere sollte so gestaltet sein, dass sie sinnvolle Seitenaufrufe fördert, um den Website-Besuchern möglichst viele Informationen zu bieten. Eine Landingpage hingegen wird so aufgebaut, dass während der gesamten Sitzung keine weiteren Seitenaufrufe erforderlich sind.

Mit anderen Worten: Wenn eine erhebliche Anzahl zusätzlicher Seitenaufrufe pro Sitzung nach dem Aufruf der Landingpage erfolgt, sollte diese höchstwahrscheinlich aktualisiert werden. In dieser Situation können Elemente wie Menüs, Fußzeilen-Hilfebereiche und andere Seitenbereiche die Aufmerksamkeit des Seitenbesuchers vom Inhalt der Landingpage ablenken.

Google Analytics kann die Anzahl der Seiten pro Sitzung und die Consumer Journey verfolgen.

Die durchschnittliche Länge einer Sitzung/Verweildauer

Die durchschnittliche Sitzungsdauer ist die Zeit, die ein Besucher durchschnittlich auf einer (Unter-)Seite verbringt. Diese Kennzahl dient wie die Bounce Rate in erster Linie dazu, das Nutzererlebnis zu bewerten und festzustellen, wie gut die Inhalte für bestimmte Keywords optimiert sind. Der Wert nähert sich 0, wenn der Nutzer mit dem Material unzufrieden ist und seine Erwartungen sich nicht erfüllten.

Anhand der durchschnittlichen Sitzungsdauer bzw. Verweildauer lässt sich analysieren, wie qualifiziert der organische Suchergebnis-Traffic im Vergleich zu anderen Online-Marketing-Kanälen ist. Zudem kann man ermitteln, welche Unterseiten man qualitativ verändern sollte und welchen Einfluss die Optimierungsmethoden auf die User Experience hatten.

Durch die Qualität der Inhalte lässt sich dieser Wert beeinflussen. Dabei ist die Anreicherung des Inhalts mit Bildern, Filmen und anderen nützlichen Informationen eine Möglichkeit der Optimierung. Das Problem bei dieser Bewertung ist, dass sie auf einem Durchschnittswert basiert.

Wenn Besucher A acht Minuten auf der Website verbringt und Besucher B zwei Minuten auf der Seite verbringt, beträgt die durchschnittliche Sitzungsdauer fünf Minuten, was das Ergebnis beeinflusst. Um die Statistik aussagekräftiger zu machen, können Sie auch den Prozentsatz der Besucher auswerten, die sich eine bestimmte Zeit auf der Seite aufgehalten haben.

Dies kann durch die Verwendung von Zielereignissen und das Einrichten von Ereignissen erreicht werden. Daher sind Google Analytics und der Einsatz des Google Tag Managers ideal für das Tracking dieser SEO Kennzahl.

User Experience

Die durchschnittliche Sitzungsdauer lässt sich noch weiter reduzieren: nach Gerät, pro Browser, pro Landingpage und nach Herkunft/Sprache.

Browser- und Gerätedetails zeigen zudem, wo in der User Experience Darstellungsprobleme auftreten oder wie sich die Website auf verschiedenen Browsern und mobilen Geräten unterschiedlich verhält. Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Wenn hochwertiges Material, wie z. B. ein Video, auf Safari-Browsern auf einer bestimmten iPad-Generation nicht geladen wird, wird die Sitzung der Nutzergruppe abgebrochen.

Die Erklärung dafür kann sein, dass sich das Video nicht laden lässt oder es Fehler beim Abspielen gibt. Der Nutzer springt zum nächsten Informationsangebot, weil der Inhalt verloren gegangen ist. Die daraus resultierende durchschnittliche Sitzungsdauer verfälscht zwar die echten Durchschnittswerte, liefert aber auch einen Grund für schlechte Werte, insbesondere bei iPad-Nutzern, die den Safari-Browser verwenden.

Sobald der Darstellungsfehler behoben ist, sollten sich die Sitzungszeitdaten angleichen, unabhängig vom verwendeten Gerät oder Browser. Wer signifikante Unterschiede in den durchschnittlichen Sitzungslängen für Herkunftsattribution und Sprache feststellt, sollte die Qualität von mehrsprachigen Angeboten weiter untersuchen.

Vorbereitende Conversions

Neben den Conversions, die sich direkt über die organische Suche generieren lassen, kann man auch die Anzahl der Conversions in der Vorbereitung als Maß für den SEO-Erfolg heranziehen.

Wenn ein Besucher im ersten Schritt über die Suchergebnisse auf die Seite kommt, abspringt und dann im dritten Schritt auf die Website zurückkehrt, um einen Kauf zu tätigen, spricht man von einer vorbereitenden Conversion.

Damit ist die organische Suche der erste Kanal, über den sich ein Konsument vor dem Kauf über ein Produkt informiert. Dieser Messwert eignet sich besonders gut zur Erfolgsmessung für Content-Seiten, die für die organische Suche optimiert sind und dem Zweck dienen, den Besucher indirekt zu einem Kauf zu bewegen.

Mit dem Multi-Channel-Trichter in Google Analytics lassen sich vorbereitende Conversions und Conversion-Pfade verfolgen. So etwas wie eine universelle Customer Journey gibt es nicht. Das Kaufverhalten ist je nach Branche, Land und Größe des Unternehmens sehr unterschiedlich.

Crawling und Ladezeiten

Zu den technischen SEO Kennzahlen gehören Crawling- und Ladezeiten. Das Ziel der technischen SEO-Maßnahmen ist es, die Ladezeiten der Seite so gering wie möglich zu halten und gleichzeitig dem Google-Bot das Crawlen der Seite so einfach wie möglich zu machen, um Änderungen und neue Seiten schneller indexieren zu lassen.

Daher sollte man die Ladezeiten und das Crawling-Verhalten der Website regelmäßig überprüfen. Starke Schwankungen dieser Zahlen weisen auf mögliche Fehler hin, die man untersuchen sollte. Lädt man Sitemaps für Webprojekte in das Google Webmaster Dashboard hoch, kann man die Anzahl der bereits indexierten Seiten mit den per Sitemap eingereichten vergleichen.

Starke Abweichungen führen fast immer zu eindeutigen Fehlerhinweisen, die man im Dashboard einsehen kann. Das Dashboard enthält auch fehlerhafte Seiten und solche, die aus Performance-Gründen von der Indexierung ausgenommen wurden.

Crawling optimieren

Das Komprimieren von Bildern, das Minifizieren von CSS-/JS-Dateien, das Auslagern von CSS- und JS-Dateien, die Nutzung eines CDNs und das Verringern von http-Anfragen (in diesem Fall empfiehlt sich die Verwendung des http/2-Protokolls) können helfen, den Ladevorgang zu beschleunigen.

Nur wichtige Seiten sollten indiziert und in die XML-Sitemap aufgenommen werden, um das Crawling zu optimieren. Außerdem sollte man 404-Fehler überprüfen, die Website auf verbotene Inhalte untersuchen und das Verhältnis von angemeldeten zu tatsächlich indizierten Seiten überprüfen.

Die Google Search Console ist ein nützliches Tool, um das Crawling zu untersuchen. Sie gibt Auskunft über die Anzahl gecrawlter Seiten, über die Menge heruntergeladener Kilobytes und über die Länge des Downloads einer Seite pro Tag. Außerdem liefern GTmetrix und webpagetest.org sowie das Google PageSpeed Tool detaillierte Informationen über die Ladezeiten von Websites.

Google misst mit seinen Pagespeed Tools schon seit Längerem die Ladezeiten für mobile Geräte und Desktops. Seit etwa 2015 erfahren Seiten mit optimierter mobiler Darstellung in der mobilen Suche eine Bevorzugung. Lange Ladezeiten und Probleme bei der mobilen Darstellung führten mit der Einführung des Mobile-First-Index im August 2018 zu einer geringeren Sichtbarkeit in den Suchmaschinenergebnissen.

SEO Kennzahlen – OffPage-Optimierung

Mit diesen SEO Kennzahlen lässt sich die Effektivität von Optimierungsbemühungen auf anderen Seiten als der eigenen verfolgen. Es ist schwieriger, die Indikatoren in dieser Kategorie direkt zu beeinflussen, da sie von externen Faktoren wie dem Wettbewerbsverhalten und der Qualität und Menge externer Links beeinflusst werden.

SEO Kennzahlen für die OffPage-Optimierung können indirekt beeinflusst werden, z. B. durch den Mehrwert von Inhalten, zufriedene Kunden, hochwertige Artikel, ein USP (Alleinstellungsmerkmal) und die Berücksichtigung von Onpage-Elementen.

Ein Teil der direkten Beeinflussung kann durch langfristigen, gezielten Linkaufbau erfolgen.

Sichtbarkeit

Die Sichtbarkit („Visibility“) ist eine SEO-Kennzahl, die misst, wie sichtbar eine Domain in den Google-Suchergebnissen ist. Ihre Berechnung erfolgt wöchentlich und sie zeigt an, wie gut eine Website in den Suchmaschinenergebnissen für ein bestimmtes X von Keywords positioniert ist.

Höhere Platzierungen für Keywords mit einem hohen monatlichen Suchvolumen steigern den Wert des Keywords mehr als gute Platzierungen für Phrasen mit einem niedrigen monatlichen Suchvolumen.

Zum Beispiel erhöht ein Ranking auf Position 1 für einen Begriff mit einem monatlichen Suchvolumen von 1000 den Sichtbarkeitswert um +0,10, während ein Ranking auf Position 1 für ein Keyword mit einem monatlichen Suchvolumen von 100 den Sichtbarkeitswert um +0,010 erhöht.

Die Sichtbarkeit ist nützlich, um einen schnellen Überblick über die Entwicklung der eigenen Bewertung zu erhalten und sich mit der Konkurrenz zu vergleichen. Dabei lässt sich die Entwicklung des Rankings der eigenen Domain im Zeitverlauf mit dem der Konkurrenz vergleichen. Außerdem lässt sich die Entwicklung nutzen, um zu erkennen, ob Google eine Abstrafung verhängt hat oder nicht.

Objektives Keyword-Ranking

Die Rankings, die man von diesen Tools erhält, stimmen praktisch nie mit den Rankings überein, die man erhält, wenn man selbst bei Google nach der Phrase sucht. Das liegt daran, dass jede Person ihr eigenes, einzigartiges Suchergebnis erhält. Standort, Tageszeit, Suchverlauf und andere Faktoren spielen dabei eine Rolle.

Nichtsdestotrotz sind diese Methoden entscheidend, da sie ein „objektives“ Keyword-Ranking liefern. Es geht um den Vergleich, nicht um eine einzelne Zahl, wie es bei vielen SEO Kennzahlen der Fall ist. Vor allem geht es darum, die eigene Website mit denen der Konkurrenz zu vergleichen.

Der Nachteil dieser SEO Kennzahl ist, dass die Tools nicht alle vorhandenen Suchanfragen in den entsprechenden Datenbanken tracken und speichern. Es gibt unzählige Suchanfragen, die sich in der Sichtbarkeit nicht berücksichtigen lassen, insbesondere im Long-Tail-Bereich. Außerdem handelt es sich um eine numerische, nicht um eine qualitative Kennzahl.

Der Sichtbarkeitsindex steigt mit zunehmender Anzahl der Rankings. Domains, die für jede mögliche Suchphrase Ergebnisse liefern (wie z. B. Amazon oder Ebay), haben sehr viel Traffic. Obwohl sie für alle wichtigen Suchbegriffe auf den vorderen Plätzen ranken, können Websites, die sich mit engen Themen beschäftigen, einen Sichtbarkeitsindex von weniger als eins haben.

Es gibt zahlreiche Tools zur Überwachung der Sichtbarkeit, wie Sistrix, Xovi, Searchmetrics oder Seolytics. Vereinzelt gibt es jedoch Vorwürfe in der Branche, dass Google den Anbietern gefälschte Daten anzeigt.

Trust

Trust ist eine SEO Kennzahl, die angibt, wie viel Vertrauen eine Website in einem Themenbereich X hat.  Dieser Wert sollte so hoch wie möglich sein. Er wird in Abhängigkeit von der Nähe und Vertrauenswürdigkeit der Verbindungsumgebung berechnet. Er ist gewissermaßen ein Barometer für die Qualität und Themenrelevanz des eigenen Linkprofils.

Zusätzlich wird die Vertrauensbewertung mittlerweile von ca. 200 Kriterien beeinflusst. Mit dieser SEO-Messung können Sie sich einen ersten Überblick verschaffen, wie Ihr eigenes Linkprofil im Vergleich zu Wettbewerbern abschneidet. Außerdem finden Sie heraus, in welchen Themenbereichen (z. B. mit Majestic Topical Trust) Ihre eigene Online-Präsenz beispielsweise als vertrauenswürdige Quelle eingestuft wird.

Denken Sie daran, dass der Schwerpunkt auf qualitativ hochwertigen Links liegt; sowohl eingehende als auch ausgehende Links finden Berücksichtigung. Diesen Wert kann man verbessern, indem man z. B. Spam-Links aus der Google Search Console entfernt oder Links von themenrelevanten und hochwertigen Seiten aufbaut.

Inwieweit soziale Indikatoren dabei eine Rolle spielen, ist ein viel diskutiertes Thema. Sicher ist, dass Seiten, die keine Social Signals erhalten, in sozialen Netzwerken nicht stattfinden und deren Inhalte User nicht teilen, langfristige Trust-Verschiebungen erfahren. Der Trust lässt sich durch verschiedene OnPage-Kennzahlen beeinflussen:

  • Ladezeiten und die Verweildauer des Users,
  • Rechtliches wie Datenschutzerklärungen, Impressum oder Hinweise zum Umgang mit Cookies,
  • nicht vorhandene HTTPS-Verschlüsselung,
  • häufige Domain-Inhaberwechsel.

Der Trust kann durch eine Vielzahl von Technologien zugänglich gemacht werden, die ihre eigenen Algorithmen verwenden, um diesen Wert zu bestimmen. Majestic, Moz und Linkresearchtools sind die bekanntesten.

Die Anzahl der Backlinks gibt an, wie viele Links von anderen Websites auf die eigene Domain zeigen. An dieser Stelle sei angemerkt, dass es nicht nur auf die Quantität, sondern auch auf die Qualität ankommt und dass zwischen der Gesamtzahl der Backlinks und der Gesamtzahl der Links von verschiedenen Domains (Domainpopularität) unterschieden werden muss.

Anhand dieses SEO-Indikators kann man ein Gefühl dafür bekommen, wie man im Vergleich zur Konkurrenz dasteht und wie viel Zeit und Geld nötig wäre, um durch Linkaufbau zur Konkurrenz aufzuschließen. Außerdem kann man das Linkwachstum über die Zeit verfolgen. Die Anzahl der Backlinks sollte niemals der einzige zu untersuchende Faktor sein.

Denn es ist wichtig, darauf zu achten, wie vertrauenswürdig die verlinkenden Seiten sind (Trust), ob es sich um Spam-Links handelt und auf welches Material verwiesen wird. Majestic und Linkresearchtool zum Beispiel können Ihnen die Gesamtzahl der Backlinks auf einen Blick zeigen.

Mit diesen Backlink-Tools können Sie sich Informationen über Linktext, Ziel-URL und Trust der verlinkenden Website anzeigen lassen und diese auch als Excel-Datei exportieren. Zusätzlich erlaubt die Google Search Console den Export von Backlinks. Allerdings gibt es keine Informationen über Linktext oder Trust.

Traffic von Referrals

Unter Referral-Traffic versteht man Besucher, die von anderen Quellen als Google auf die Website gelangen. Dieser wird über externe Links, z. B. von Preisvergleichs-Websites, themenspezifischen Suchmaschinen außer Google oder Online-Firmenverzeichnissen, generiert.

Der Referral Traffic gibt Aufschluss darüber, welche externen Linkquellen für die meisten Besuche auf der Website sorgen, welche Unterseiten extern am beliebtesten sind und welche Folgen NoFollow-Verbindungen ohne vererbte Linkpower haben. Auch neue, bisher unentdeckte Kooperationspartner lassen sich hierdurch finden.

Welche Kriterien Google bei der Bewertung der Suchergebnisse wirklich berücksichtigt, lässt sich nur durch Korrelationen feststellen. Es ist jedoch davon auszugehen, dass Google die Daten des Referral Traffics in den Link-Mix und das Ranking mit einbezieht, um die Qualität von NoFollow-Links zu berücksichtigen.

Durch den Einsatz von Google Analytics kann man Referral-Traffic auswerten und filtern. Da Spam-Seiten zu den Traffic-Quellen gehören, sollte man entsprechende Filter installieren.

SEO Kennzahlen – Abschließende Gedanken

Es gibt zahlreiche SEO Kennzahlen, die zur Beurteilung des SEO Erfolgs herangezogen werden können. Manche Leute glauben, dass Rankings die einzige Möglichkeit sind, SEO zu messen und dass Rankings das Einzige sind, was zählt.

Allerdings hat sich der Google Algorithmus in den letzten Jahren so stark verändert, dass Person A und Person B je nach Standort und Suchverhalten unterschiedliche Suchergebnisse sehen werden. Letztlich ist qualifizierter Traffic, der konvertiert, das, was zählt. Um dieses Ziel zu erreichen, ist auch eine kontinuierliche Messung aller SEO Kennzahlen erforderlich, um bei negativen Trends direkt eingreifen zu können.

Denken Sie daran, die Zusammenhänge zwischen den Kennzahlen nicht zu übersehen. Denn wenn man Kennzahlen isoliert betrachtet, können sie zu falschen Schlüssen führen. Viel sinnvoller ist es, eine breite Perspektive einzunehmen.