URL – zugegeben: nichts, was man spontan mit dem Thema Suchmaschinenoptimierung und SEO Texte Erstellung in Verbindung bringt. Und doch ist sie für SEO äußerst wichtig – wie überhaupt für das gesamte Internet.

Inhaltsverzeichnis

  1. URL – Was ist das eigentlich?“
  2. Wozu wir Internetadressen brauchen
  3. Aufbau
  4. Besondere Merkmale
  5. URL und SEO
  6. Kurzanleitung: URLs bei Google finden und kopieren

URL – Was ist das eigentlich?

URL ist die Abkürzung für „Uniform Resource Locator“ (auf Deutsch etwa: Einheitlicher Ressourcenanzeiger). Im Alltag werden sie auch oft Internetadressen genannt. Wir nutzen sie, sobald wir im Netz unterwegs sind.

Hinter jedem Link verbirgt sich eine Internetadresse hinter jedem Namen einer Website, den wir in unser Browserfeld eingeben.

Endgeräte (Handy, Laptop, Tablet) nutzen Internetadressen, um im Web eine Website zu finden. Über ein Netzwerkprotokoll (zum Beispiel http, https oder ftp) treten sie dann in Kontakt mit dem dazugehörigen Server und rufen die Website auf.

Streng genommen ist eine URL dazu allerdings gar nicht nötig. Die IP-Adresse der Website würde ausreichen: Eine lange Abfolge von Zahlen, mit der sich eine Internetseite eindeutig identifizieren lässt.

Mit solchen, meist langen Zahlenfolgen kommen Computer wunderbar zurecht – Menschen eher nicht. Deswegen ist die Internetadresse der deutlich bequemere Weg, sich als menschlicher Nutzer im Web zu bewegen.

Internetadressen sind für uns verständlich und auch leichter zu merken. Sie können sogar „sprechen“.

Wozu wir Internetadressen brauchen

Theoretisch stünde uns also das gesamte Internet auch ohne Internetadressen zur Verfügung. Die IP-Adresse reicht letztlich aus. Praktisch wäre das allerdings nicht!

Deshalb wurde schon in den 1990er-Jahren die URL entwickelt. Der Forscher Tim Berners-Lee schuf hierfür 1994 den Standard RFC 1738.

Damit wurde zunächst der URI definiert (Uniform Resource Identifier), von dem jede Internetadresse jeweils nur ein Teil ist.

Die Internetadresse selbst wurde schließlich kurz danach eingeführt – in der Form, die wir noch heute kennen und nutzen (allerdings wird der Zeichensatz immer wieder überarbeitet – die aktuelle Fassung stammt aus dem Jahr 2016 und heißt: RFC 3986).

Aufbau

Es können mehrere Teile unterschieden werden:

  • Protokoll
  • Servername oder Domain-Name, hinter dem sich die IP-Adresse verbirgt
  • Dateipfad (kann aus mehreren Verzeichnissen bestehen)

Konkret sieht das dann zum Beispiel so aus:

http:// oder https:// (Protokoll) + www.evoluce.de (Domain-Name) + /URL.php (Dateipfad)

Zusammengenommen dann also:

http://www.evoluce.de/URL.php

Das Protokoll muss allerdings nicht jedes Mal mit dem Rest in die Adressleiste des Browser eingegeben werden. Man kann es auch weglassen und gelangt trotzdem ans Ziel (es wird dann vom Browser automatisch ergänzt).

Internetadressen werden häufig auch als Domains bezeichnet. Die Domain ist aber eigentlich nur dieser Bestandteil: „(www.)evoluce.de“ (wobei sich „WWW“ auf die Subdomain bezieht)

Eine URL ist hingegen die vollständige Adresse einer Website.

In versteckter Form ist auch die dazugehörige IP-Adresse in jeder Internetadresse enthalten. Mit bestimmten Tools kann eine URL wieder umgewandelt werden, sodass die IP-Adresse auch für den menschlichen Nutzer sichtbar wird.

Zusätzliche Anwendungsmöglichkeiten

Mit einer URL lassen sich nicht nur Websites aufrufen. Auch andere Browser-Befehle sind möglich.

Man muss dazu einfach an den Anfang der Internetadresse etwas anderes setzen als http:// oder https://

Beispielsweise kann man das eigene E-Mail-Programm öffnen, um eine E-Mail an eine bestimmte Adresse zu verschicken.

Hierzu einfach eine Internetadresse in die Leiste des Browsers eingeben, die folgendermaßen aufgebaut ist:

mailto: und die gewünschte E-Mail-Adresse

Ein Beispiel wäre etwa: mailto:info@evoluce.de

Es ist auch möglich, auf diese Weise gleich mehrere EMailAdressen gleichzeitig anzuschreiben.

Zusätzlich lassen sich der Inhalt der Betreffzeile und andere Werte bereits über die URL festlegen.

Ein Nachteil bei der Verwendung von „mailto“:

Verwendete E-Mail-Adressen werden oft von Programmen automatisch gesammelt und erhalten anschließend viele Spam-E-Mails.

Das kann aber ein Captcha ganz einfach verhindern. Wer auf seiner Website eine URL mit „mailto“ hinterlegt, um den Nutzer die Kontaktaufnahme zu erleichtern, sollte deshalb unbedingt ein Captcha einbauen.

Mithilfe einer URL kann man den Browser auch anweisen, eine Datei auf dem Computer oder auf einem Server zu öffnen.

Dazu muss jeweils am Anfang der URL entweder „file“ stehen (für Dateien) oder „ftp“ (für Server).

Besondere Merkmale

Internetadressen dürfen nur bestimmte Zeichen enthalten. Das soll verhindern, dass bei der Eingabe Fehler entstehen. Es wird deshalb der ASCII-Zeichensatz genutzt. Mit ihm können bestimmte Sonderzeichen verwendet werden. Der Browser erkennt diese Sonderzeichen. Sobald er aber Zeichen von außerhalb des ASCII-Zeichensatzes bemerkt, bricht er den Aufruf ab. Beispiele hierfür sind Umlaute („Ö“, „Ü“ oder „Ä“) und der Buchstabe „ß“.

Außerdem haben bei Internetadressen einzelne Zeichen bestimmte Funktionen:

  • Das Doppelkreuz (#) – oft auch „Hashtag“ genannt – zeigt einen Link innerhalb einer Datei an.
  • Das Fragezeichen (?) ist wichtig für das Tracking und leitet den sogenannten „Query-String“ einer URL ein. Dieser Teil beinhaltet Werte, denen entsprechende Parameter zugewiesen werden.
  • Das Gleichheitszeichen (=) trennt Werte von Parametern und steht für den Inhalt.
  • Das At-Zeichen (@) dient als Trenner zwischen Parametern.

URL und SEO

Für OnPage Optimierung sind URLs wirklich wichtig. In erster Linie geht es darum, dass eine solche Internetadresse benutzer- und suchmaschinenfreundlich ist. Obwohl Webcrawler natürlich auch mit endlosen Zahlenfolgen umgehen können, bevorzugen Suchmaschinen vollständige und leicht verständliche URLs.

Ähnliches gilt natürlich auch für die Nutzer. Bei denen kommt eine Internetadresse in der Regel dann gut an, wenn sie kurz und leicht zu merken ist und bereits möglichst viel über den Inhalt der Website verrät. Solche URLs bringen eine hohe Klickrate. Das wiederum wird von Google & Co belohnt.

Es empfiehlt sich, eine URL nicht mehr zu ändern, sobald sie von Suchmaschinen indexiert wurde. Deshalb sollte man sich bereits zu Beginn Gedanken zu diesem Thema machen, um eine möglichst gute URL zu generieren.

Theoretisch kann Google übrigens URLs bis zu einer Länge von 1000 Zeichen verarbeiten. Solche URLs wären für menschliche Nutzer natürlich kaum akzeptabel. Man sollte diese Kapazität also keinesfalls ganz ausreizen!

Keywords in URLs

Idealerweise enthält eine URL das Hauptkeyword der jeweiligen Seite. Das empfiehlt auch Google. Denn solche URLs kann der Google-Webcrawler leichter analysieren.

Neben dem Hauptkeyword kann eine URL grundsätzlich auch noch weitere Keywords enthalten.

Übertreiben sollte man es damit jedoch auf keinen Fall. Wenn nämlich zu viele verschiedene Keywords in einer URL stecken, droht die Abstrafung durch Google.

Internetadressen für Suchmaschinen optimieren – was man beachten sollte

Wie kann also SEO in einem solchen Fall aussehen? Zunächst muss man wissen, dass verschiedene Arten von Internetadressen unterschieden werden:

Relative URLS

Solche URLs sind nicht vollständig. Ihnen ist kein Domain-Name vorangestellt. Eine relative URL bezieht sich auf den Kontext und kann sich relativ zur Datei und relativ zum Webserver darstellen.

Hat eine relative URL einen Schrägstrich („/“), dann verweist sie auf einen Server. Hat sie keinen, verweist sie auf eine Datei oder ein Dokument.

Solche verkürzten URLs haben den Vorteil, dass bei internen Verlinkungen nicht jedesmal die komplette URL angegeben werden muss. Das Ganze erleichtert auch einen möglichen Umzug der Website.

Das Gegenteil von relativen URLs sind absolute URLs. Das ist sind schlicht alle URLs, die nicht gekürzt wurden. Für Google sind relative URLs übrigens genauso relevant wie absolute URLs.

Sprechende Internetadressen

Sogenannte „sprechende URLs“ bestehen aus einer Zeichenfolge, die für menschliche Nutzer verständlich und sinnvoll ist.

Die Nutzer sollen allein anhand der Internetadresse schon Rückschlüsse auf das Thema der Seite ziehen können.

Sprechende URLs können sich die Nutzer meist besser merken. Auch findet sich der durchschnittliche Leser leichter auf einer Website zurecht, die sprechende URLs verwendet.

Zudem entsteht meist mehr Vertrauen, wodurch vielfach die Klickrate ansteigt. Und das wiederum belohnen Google & Co im Ranking.

Statisch oder dynamisch

Unter anderem sollte auch zwischen statisch und dynamisch unterschieden werden: Statische URLs besitzen keine Parameter und sind darum für den Nutzer in der Regel leichter zu verstehen.

„Statisch“ nennt man diese Internetadressen, weil sie sich nicht mehr verändern. Dementsprechend sollte man sich ausreichend Gedanken machen, bevor man sie festlegt.

Das Gegenteil einer statischen Internetadresse ist eine dynamische: Sie verändert sich immer wieder erneut.

Ein Beispiel dafür sind Onlineshops. Deren Internetadressen verändert sich jedes Mal, wenn ein neues Produkt das Sortiment erweitert oder eine Produktbeschreibung aktualisiert wird.

Die richtige Länge

Es wurde schon erwähnt, dass Internetadressen möglichst nutzerfreundlich sein sollten. Also: verständlich, aussagekräftig und leicht zu merken.

Dafür ist es sinnvoll, die das Ganze möglichst kurz zu halten. Das Problem: Faktoren wie Unterverzeichnisse tragen dazu bei, dass  alles immer länger und unpraktischer wird.

Um dem entgegenzuwirken, kann man lange Internetadressen auch wieder kürzen (ohne dass der eindeutige Bezug dabei verlorengeht). Verschiedene Tools machen dies möglich.

Kurzanleitung: URLs bei Google finden und kopieren

Hier eine Kurzanleitung dazu, wie man über Google an die Internetadresse einer bestimmten Seite kommt:

  • Seite über die Google-Suche suchen
  • Title Tag in den Suchergebnissen (Suchergebnislisten – SERP) anklicken, um auf die Website zu gelangen
  • Die Internetadresse wird nun in der Leiste des Browser angezeigt. Dort einfach markieren und kopieren!